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Review

 

Kalapi „Zwischen Pathos & Plattitüde

 „Zwischen Pathos & Plattitüde“, auf diesen Namen hört das zweite Album von Kalapi aus München, die sich mit ihrer ersten Platte „Schachmatt“ bereits eine loyale Hörerschaft aufbauen konnte. Wie leicht fällt es der Band nun also, einen würdigen Nachfolger zu veröffentlichen? Leicht, sehr leicht sogar! Da wo andere Bands Probleme haben, die Lockerheit des ersten Albums aufrecht zu erhalten, gelingt es Kalapi sogar den nächsten Schritt zu gehen und noch zielstrebigere Lieder zu schreiben. „ZP&P“ (ein sehr einprägsames Kürzel übrigens) ist absolut gelungen.

 

„Herr meiner Pflicht“ ist ein hervorragender Opener, schöner, kurzer Aufbau am Anfang bis es dann nach 30 Sekunden in die vollen geht. Die Drums sind tight, die Rhytmusgitarren absolut on Point und der Gesang energisch. Sänger Rogga setzt seine sowieso schon markante Stimme gut ein und geht gesanglich den nächsten Schritt im Vergleich zu „Schachmatt“. Die dezenten aber absolut pointierten Background-„Whoo-Hoos“ ergänzen das Ganze perfekt. Starker Beginn.

Danach bleibt das Tempo hoch, „Was ist los…???“ ist ein Appell an die Jugend von heute, etwas aus ihren Möglichkeiten zu machen und nicht nur Zuhause vorm Smartphone zu hängen, in „Jugend von gestern“ beschwören die vier Jungs aus München die gute alte Zeit. Mittelfinger hoch!

 

Nach diesen vier Punkrockbrettern wird es Zeit für etwas Ruhigeres, der fünfte Song heißt „Das Recht zu gehen“. Wer jetzt mit einer halbgaren Möchtergern-Green Day-Ballade rechnet, liegt falsch. Der Song ist das absolute Highlight der Platte, was eine Hymne. Hier passt der Albumtitel mal gar nicht, dieses Lied ist weder peinlich-pathetisch, noch platt, hier passt alles. Solider Drumbeat, perfekt eingestzte Background-Vocals, ein schöner Text und ein großartig-simples Gitarrensolo. Der Song wird live nicht mehr wegzudenken sein.

Es ist schwer dieses Level aufrecht zu halten, zum Glück kommt mit „Dein Weg“ ein fast genauso starker Track direkt hinterher. Hohes Tempo, ohne die Melodie zu verlieren, ganz stark.

 

Die letzten drei Lieder machen da weiter wo die ersten vier aufgehört haben, Punkrockhymnen die sich besonders live sehr gut machen werden, grade „1000X“ ist genau an der richtigen Stelle platziert, super Abschlusssong. Die zwei Bonustracks sind dazu noch ein schönes Extra für alle Fans.

 

Insgesamt haben Kalapi ein stabiles Album abgeliefert, das die kleineren Schwächen der ersten Platte außen vor lässt und noch zielstrebiger ist. Einziger, wenn man so will Kritikpunkt, ist die Produktion, grade in vielen Refrains fehlt es soundtechnisch an Druck. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau wenn man bedenkt, dass die Band komplett D.I.Y. ist.

Nur weiter so, mit der Platte werden sich die vier viele neue Fans erobern.

 

Bewertung:

Lyrics: 4,5 von 7 Sternen

Sound: 6 von 7 Sternen

Gesamtwertung: 5,5 von 7 Sternen

 

Genreaufteilung:

Rock: 5 von 7 Sternen

Punk: 5 von 7 Sternen

Metal: 2 von 7 Sternen

 

Kalapi im Web:

www.kalapi.de/

www.facebook.com/kalapi.official/

 

Online-Shop:

shop.kalapi.de/

 

Das Review wurde geschrieben von Marcell Rogmann.